Fazit Heroes Legend 2006 von XTom

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Fazit Heroes Legend 2006 von XTom

Beitragvon XTom » Mo Apr 17, 2006 0:00

Fazit Heroes Legend 2006

Dass es kein Urlaub wird, war wohl jedem klar. Und dass man nicht viel Zeit hat, um Land und Leute kennenzulernen, sollte nach dem Lesen der Tagebücher auch klar sein.
Selbst das Offroad-Fahren steht hier nicht im Vordergrund. Es geht vielmehr darum, dass Gefühl für eine der ersten Paris-Dakar Rallyes zu erleben. Nicht so groß und unbezahlbar wie heute, mit unzähligen Flugzeugen und 800km-Etappen, sondern ehr so, wie Hubert Auriol selbst die ersten drei Jahre der Paris-Dakar erlebt hat. Und das ist zweifellos gelungen.
Hauptsächlich liegt das natürlich daran, dass viele Organisationsmitglieder schon an der echten „Dakar“ mitgewirkt haben. Hubert Auriol hat mit Anne Marie viele Jahre organisiert, der Cateringservice und alle vier Ärzte waren viele Jahre mit dabei, Abdul, Philipe, das Team im Roadbook-Testwagen, sie alle sind erfahrene Paris-Dakar-Organisatoren. Natürlich auch der YAMAHA-Truck mitsamt Fahrer machen die Nummer absolut professionell.
Und so können uns Teilnehmer, die an der echten „Dakar“ auch schon teilgenommen haben, immer wieder bestätigen, dass es genau so auch auf der echten „Dakar“ abläuft.
Frühstück, Liaison, Sonderprüfung, Liaison, Reparaturen, Essen, Briefing, Vorbereitung, Bett.
Nach einigen Tagen hat man sich daran gewöhnt und möchte dass es nie wieder aufhört.

Offroad
Der Offroad-Anteil ist relativ gering, und wenn man dann nicht Iron Man fährt, sondern die Strecke durch drei Fahrer teilt, dann bleibt für den Einzelnen nicht viel Offroad übrig. Im Schnitt sind wir 80km Offroad am Tag gefahren, vielleicht waren es 100km. An einigen Tagen gab es zwei Sonderprüfungen, dafür aber auch zwei Tage ganz ohne Sonderprüfung. Wir haben uns jeden Tag mit dem XT-Fahren abgewechselt, so dass fast jeder von uns jeden Tag XT gefahren ist, aber nur einer die Sonderprüfung. D.h. nur jeden dritten Tag bekamen wir losen Untergrund unter die Räder.
Der Anspruch der Offroad-Strecken war im Prinzip stetig steigend. Mit matschigen Wegen bei Orleans hat es begonnen, dann kam nur Schotter bis in die Western Sahara hinein. Dort streckenweise der erste Sand, in Mauretanien mehr Sand und in Senegal ganz viel weicher Sand. Die Schotterpisten waren alle sehr leicht zu fahren, im Sand brauchte man wenig Luftdruck und etwas Gas. Erst hier spielten gute Reifen eine Rolle.
Da aber die vorgegebenen Zeiten für die Sonderprüfungen immer sehr lang waren, konnte man sich das alles in Ruhe ansehen und auch mal Pause machen.

Zeiten
Den eigentlichen Zeitdruck hatten wir bei den Verbindungsetappen. Ich zitiere immer wieder gerne die 285km auf marokkanischen Landstraßen in 3,5 Stunden. Da muß man die ganze Zeit 100km/h fahren und kann 2x die XT auftanken. Mehr ist nicht drin.
Wie ihr vielleicht im Tagebuch gelesen habt, wir waren oft zu spät. Hier ist strammes Fahren angesagt. Erholen kann man sich dann auf der Sonderprüfung!

Geld
Als wir in Afrika waren haben wir uns nicht mehr gefragt, wofür die Organisation das viele Geld braucht. Man konnte es überall sehen. Alles war so professionell aufgezogen, dass es sicherlich eine Menge Geld verschlungen hat. Nachdem uns dann erzählt wurde, dass drei Organisatoren noch etwa jeweils EURO 100.000 dazugebuttert haben, schlackerten uns die Ohren. Vielleicht war denen auch einfach klar, dass sie eine halbe Mio. EURO brauchen und haben somit die Zahl der Teams auf 50 gesetzt und das Startgeld auf EURO 10.000. Nun hatten sie aber nur etwa 20 zahlende Teams und brauchten die halbe Mio. trotzdem.
Wenn man mit EURO 5.500 pro Person rechnet, dann passt das. Allerdings zzgl. Fahrzeuge.
Die EURO 5.500 setzen sich wie folgt zusammen:
EURO 4.200 für Startgeld und Fähren und IriTracksystem
EURO 0.600 für den Rückflug aus Dakar nach Hause
EURO 0.700 für Benzin, Essen und ein paar Hotelübernachtungen in Europa

4x4
Bei der Heroes Legend 2006 waren alle Sonderprüfungen, die der 4x4-Wagen fahren durfte freiwillig. D.h. man konnte auch auf Teer auf Umwegen zum Ziel der Sonderprüfung kommen, oder direkt ins Biwak fahren. Der 4x4 brauchte also nicht wirklich für schweres Gelände geeignet oder ausgerüstet zu sein. Allerdings soll sich das zur HL 2007 ändern.

Für mich als Landy- und XT-Fan war es natürlich das Non Plus Ultra, aber ich kann es auch jedem XT-Fan nur empfehlen. Spart das Geld, sucht Sponsoren und meldet Euch an, bevor es die BMW GS 80 Fahrer tun!!!

Viel Spaß!

XTom

Dateianhänge
IMG_09702_Start_Landy.jpg
www.xt-500.de

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