KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

In diesem Forum geht es um das Umbauen der XT (Gabel, Bremse, Tank, Sitzbank, ...)
hershey
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Re: KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

Beitragvon hershey » So Dez 16, 2018 11:44

wo genau liegen denn die geometrischen unterschiede zwischen klx-schwinge, runder und eckiger rm-schwinge?
also länge und position der federbeinanlenkung?
ist nicht bei allen genannten schwingen eine absekung des schwingendrehpunkts erforderlich, sofern man nennenswert mehr federweg an der hinterhand generieren möchte?

gruss
jürgen

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Frank M
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Re: KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

Beitragvon Frank M » So Dez 16, 2018 14:57

ausgehend von der Originalschwinge ist die KLX-Schwinge ca. 100mm länger, wobei der Abstand der Anlenkpunkte der Federbeine zur Schwingenachse ziemlich exakt gleich ist (edit: 380mm).

In meinem MX-Umbau hab ich die Aluschwinge einer RM400/250 verbaut. Die ist ca. 70mm länger als die Originalschwinge, den Abstand Federbeinaufnahmen zu Schwingenachse hab ich gerade nicht im Kopf ( edit: 340mm). Zum Einbau der RM-Schwinge muss die Lagerung der Schwingenachse neu bzw. umgebaut werden. Die Breite der Federbeinaufnahmen zueinander ist deutlich größer kleiner, daher sollte auch hier eine Anpassung gemacht werden, damit die Federbeine hinterher nicht schräg stehen.

Als federbelasteten Kettenspanner hab ich einen von der XT mit Schleifklotz genommen und am Schwingenkörper mittels selbstgebautem Halter befestigt. Die zwei anfangs eingesetzten Einnietmuttern hat es losgerappelt, mit durchgehenden Schrauben und kleinen Distanzrohren hält er jetzt prima.

Da der Abstand der Schwingenachse zum Ritzel bei der XT recht groß ist kommt man bei deutlicher Federwegsverlängerung hinten irgendwann nicht mehr um das Absenken des Schwingendrehpunkts im Rahmen drumrum. Andernfalls sägt die Kette oben auf der Schwinge. Eine Umlenkrolle im oberen Kettentrum hab ich auch schon probiert (ähnlich wie ein halbes ATK), das war aber letztlich nur laut und ziemlich verschleißanfällig. Nach dem Absenken der Schwingenachse funktionieren jetzt 300 mm Federweg am Hinterrad ohne jegliches Problem mit der Kette.

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hershey
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Re: KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

Beitragvon hershey » So Dez 16, 2018 18:01

danke für die info, frank!

dein mx-umbau ist auch wunderbar konsequent durchgeführt, gefällt mir!
obwohl bei uns wenig verbreitet (& dwg ggf von geringerem interesse), hier noch die daten meiner profab-bananen-replika:
ca 40mm länger als original, federbeinanlenkung 50mm näher am schwingendrepunkt und 37mm tiefer als original (also genau auf der linie mitte schwingendrehpunkt / hinterrad). macht mit den 395mm yss und ohne veränderungen am rahmen ca 200mm federweg.

gruß
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Re: KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

Beitragvon gost » Mo Dez 17, 2018 7:58

Hallo Kunzinger,

ich bin direkt neugierig- kannst/ möchtest Du noch ein paar Infos zu der RM Schwinge geben- da gibt es ja auch verschiedene Versionen / Längen, soweit ich weiß. hast du die gleiche wie Frank in deinem MX- Umbau verbaut ?

Was wäre da denn sinnvolles zu ändern, was Frank in seinem tollen Beitrag noch nicht beschrieben hat?

- ich hab da hinsichtlich Fahrwerksgeometrie nicht so den Durchblick - täte mich aber interessieren :-)

Gruß Günther

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Frank M
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Re: KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

Beitragvon Frank M » Mo Dez 17, 2018 12:54

zur RM-Schwinge hab ich auch noch zwei Maßskizzen gefunden (hier schon mit auf XT-Maß geänderter Schwingenlagerung). Dabei ist mir aufgefallen, dass die Federbeinaufnahmen zueinander enger nicht weiter stehen (RM 240mm, XT 257mm). Habs oben korrigiert.

Um aus der XT ein wendiges Geländemoped zu machen ist meiner Erfahrung nach das Hauptproblem der Lenkkopfwinkel. Durch das weit vorn stehende Vorderrad ist die Gewichtsverteilung ungünstig und eher nach hinten verlagert, es fehlt die Last auf dem Vorderrad und daraus resultiert ein untersteuerndes Fahrverhalten (schiebt übers Vorderrad). Konsequenterweise müsste man den Lenkkopf noch etwa ~3° steiler stellen, sonst bleibt das Moped auch mit supadupa Federelementen eigentlich immer eher ein Kandidat für die weite Außenspur. Mit mehr Last auf dem Vorderrad (und dem entsprechend kürzeren Radstand vorn) wäre die Spurtreue in engen Kurven/Rillen besser und das Fahrwerk hätte am Kurvenausgang eher die Tendenz leicht zu übersteuern (Beschleunigungsdrift). Das lässt sich weit besser händeln und macht viel mehr Spass.
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Re: KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

Beitragvon hershey » Mo Dez 17, 2018 19:36

hmm...
ich dachte immer, dass man bei abgesenktem schwingendrehpunkt das heck soweit anheben kann, dass die gabel nicht zu flach steht.

meine hat eine 45er mazocchi magum und mit 61.5° lenkwinkel, 125mm nachlauf und 1465mm radstand relativ unauffällige werte. übers vorderradschieben tut sie nicht, aber mit modernem mopeds ist das nicht vergleichbar. ich schieb das auf die sitzposition, der xt-tank ist doch recht lang. überhaupt ist das dreieck lenker- sitzbank-fussraste vergleichsweise speziell.

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Re: KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

Beitragvon Frank M » Di Dez 18, 2018 20:23

den Rahmen nach vor kippen durch Anheben des Hecks hab ich bei meiner ja auch gemacht, ein längere Gabel kompensiert das aber wieder weitestgehend. Mit anschließend 30mm gekürzter Gabel und annähernd geradem Triallenker ist zwar schon etwas mehr Gewicht auf dem Vorderrad, an das Fahrverhalten von Crossern aus dieser Zeit (und schon gar nicht modernen Geräten) kommt das aber immer noch nicht ran.

Der XT-Tank ist zu lang, stimmt. Mit dem hübschen kleinen YZ-Tank kann man zumindest in engen Kurven mal etwas auf den Tank rutschen, letztlich bleibt die XT-Rahmengeometrie aber die einer 70er-Jahre Enduro. Alles sicherlich fahrbar und gegenüber einer Serien XT bestimmt auch eine Verbesserung, aber eben noch nicht ideal.

In Australien nehmen sie die alten TT's gern für ihr Dirttrack her und schneiden die untere Rahmenstrebe hinter dem Lenkkopf ein und ziehen unter Heißverformung des Rahmenöltanks den Lenkkopfwinkel steiler (über 5°). Das ist für mein angestrebtes Händling natürlich zu viel, aber damit geht das Ding dann bestimmt deutlich leichter quer...
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Re: KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

Beitragvon hershey » Di Dez 18, 2018 22:30

hier mal aus dem fotoalbum von reid cycles:

http://photobucket.com/gallery/user/Rei ... anBn/?ref=
kann man mal durchblättern, recht interessant.
lenkkopf hat er steiler gestellt, aber den schwingendrehpunkt hat er nicht abgesenkt.
irgendwo sind auch verschiedene schwingen nebeneinander zu sehen.

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Re: KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

Beitragvon Frank M » Mi Dez 19, 2018 20:16

das sieht gut aus, schön kompakt.
Anhand seiner Bildern kann man schon optisch einen guten "vorher/nachher" Eindruck bekommen, was die Lenkkopfanpassung bringt.

more travel.JPG

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Re: KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

Beitragvon hershey » Mi Dez 19, 2018 21:20

mir gefällt die auch.
allerdings steht die schwinge ganz schön steil.
da könnte sich die hinterhand beim beschleunigen zu sehr aus den federn heben und versteifen.

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Re: KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

Beitragvon Frank M » Do Dez 20, 2018 13:04

hast du den HL-Storch mit XT-Rahmen gesehen?
Viel zu hoch und zu kurz, da steht die Schwinge noch steiler...

XT-HL.JPG

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Re: KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

Beitragvon Hiha » Do Dez 20, 2018 13:35

Hat was von so einem Monstertruck. :-)

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Re: KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

Beitragvon Twinshocker » Do Dez 20, 2018 16:13

Eine original HL ist aber auch zu hoch und zu kurz !
......gefangen im Körper eines Erwachsenen.......

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Re: KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

Beitragvon hershey » Do Dez 20, 2018 16:48

vielleicht lässt die kameraoptik die "street legal" hl (replika) noch "storchiger" aussehen.
wenn ich mich an alte fahrberichte erinnere, egal, ob hl, heos oder bichler, waren die angeblich alle auf handlichkeit getrimmt. mit deutlichen einbussen an fahrstabilität. ich kann natürlich nicht beurteilen, ob das so stimmt.
Zuletzt geändert von hershey am Do Dez 20, 2018 16:49, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: KLX250 Schwinge: Welche und Woher?

Beitragvon hershey » Do Dez 20, 2018 16:48

20170219_151008.jpg
rustikale schwingenverlängerung an ner hl


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