Wie misst man die Kompression richtig?

In diesem Forum soll es um die Reparatur unserer XT gehen
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neo
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Wie misst man die Kompression richtig?

Beitragvon neo » Fr Jul 12, 2019 17:02

moin,
ich habe zwar solch ein Instrument Kompressionmesser mit Zeiger und Schlauch), weiß aber nicht genau, wie man damit mißt, welche Ergebnisse zu erwarten sind.

Danke für eure Antworten.
neo

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Merry
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Re: Wie misst man die Kompression richtig?

Beitragvon Merry » Fr Jul 12, 2019 17:35

Gruß, Merry

Kann Spuren von Senf enthalten

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rei97
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Re: Wie misst man die Kompression richtig?

Beitragvon rei97 » Fr Jul 12, 2019 17:57

Also:
Kompressionsmessung beim Einzylinder ist Unfug.
Kann man sich getrost sparen.
Der einfachste Test ist der mit dem Kicker.
Geht der zusehends ohne Deko einfach runter, dann stimmt an den Ventilen was nicht.
Geht das mit erhöhtem Ölkonsum, gar Blowby einher, steht eine Revision an.
Gesundbeten mit der Kompressionsmessung geht beim Eintopf nicht, aber bei Mehrzylindern ist der Unterschied der Zylinder sehr wohl ein wichtiger Indikator.
Regards
Rei97

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neo
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Re: Wie misst man die Kompression richtig?

Beitragvon neo » Fr Jul 12, 2019 18:10

Naja, ich habe den Verdacht, das meine Kopfdichtung
( Aluminium) nicht richtig dichtet.
Das ist nach dem Zusammenbau aufgefallen.
Ich bin aber nicht sicher.
Meine Idee war, das vielleicht mittels Kompressionsmessgerät feststellen zu können. Das wäre einfacher als alles wieder auseinander zu nehmen.
Gibt es damit bei Einzylindern denn keine verwertbaren Ergebnisse?

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Re: Wie misst man die Kompression richtig?

Beitragvon rei97 » Fr Jul 12, 2019 18:49

Also:
Sollte Deine Kopfdichtung blasen, hilft die billige Spülimethode. (Blasen zu sehen?)
Außerdem hört mans, wenns arg ist.
Zerlegen mußt Du es eh, wenn es blubbert.
Wurde der Zylinder und der Kopf vor dem Verbau der Dichtung planiert?
Wenn nein, ist das ein Fehler... Dakapo!.
Regards
Rei97

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Re: Wie misst man die Kompression richtig?

Beitragvon Hiha » Fr Jul 12, 2019 20:19

Die Aludichtungen taugen nichts, und zwar noch nie. Die originale dreilagige Stahlblechdichtung der späten Modelle, die kann was. Kopf und Zylinder planen ist dann allerdings wichtig vor dem Einbau.
Kompressionsmessung am Einzylinder ist, wie der Helmut sagte, überflüssig bzw. sinnlos.
Gruss
Hans

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Re: Wie misst man die Kompression richtig?

Beitragvon XTdirk » Di Jul 16, 2019 18:15

Hallo zusammen, ich habe meine 79er seit 2006 und habe seit Kauf vor 13 Jahren bzw. seit 30.000 km so gut wie keine Kompression auf dem Kicker, man kann ihn einfach durchdrücken, ohne großen Wiederstand. Den Dekohebel benutze ich nur, um nicht auf das Schauglas schauen zu müssen, wenn ich die Stellung zum Kicken suche. Kompression hat sie etwa 9bar. Ich vermute seit Beginn, dass die verbaute Grossewächter Tuningnockenwelle Stufe 2 (vom Vorbesitzer verbaut) diesen Effekt verursacht. Fahren tut die XT ganz normal, hat aber eher weniger Leistung als mehr gegenüber Original Nocke. Vergaser und Auspuff sind original. Ölverbrauch gerade frisch in Schottland getestet: 1 Liter auf 3000km. Spritverbrauch 5,1 Liter/100km
herzlichst

XTdirk

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Re: Wie misst man die Kompression richtig?

Beitragvon Hiha » Mi Jul 17, 2019 6:04

... habe ... seit Kauf vor 13 Jahren bzw. seit 30.000 km so gut wie keine Kompression auf dem Kicker, man kann ihn einfach durchdrücken, ohne großen Wiederstand.
.... Kompression hat sie etwa 9bar.
Also was jetzt: HAT sie jetzt Kompression, oder hat sie keine? Wenn sie keine hat, liegt es nicht an der Nockenwelle, sondern entweder an:
1.) schlechten Ventilsitzen
2.) Verbogenen Ventilen
3.) zu kleinem Ventilspiel

Gruß
Hans

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Re: Wie misst man die Kompression richtig?

Beitragvon XTdirk » Mi Jul 17, 2019 15:32

Also was jetzt: HAT sie jetzt Kompression, oder hat sie keine?
Also, nach eurer Definition, nachdem das nur per Kickerwiederstand gemessen werden kann/sollte, hat meine 79er fast keine Kompression wenn der Motor kalt ist, und ein wenig wenn heiß. Es fällt einem schwer, überhaupt den OT auszumachen. Nach Kompressionsuhr hat sie aber 9bar. Ich habe meine unberührte 81er mit originalen 27.000km als Referenz. Da kann man sich auf den Kicker stellen, da passiert gar nix.

Anspringen tut die 79er prima, wenn kalt beim Ersten Kick, wenn heiß eher beim Zweiten. Leistung hat sie, 130kmh sind kein Problem. Ich stelle die Ventile auf E 0,8 und A auf 0,12 ein. Kein Bläuen aus dem Auspuff, Ölverbrauch 330ml/1000km. Bei 30.000km hat der Vorbesitzer auf das 3. Übermaß (87.75mm) schleifen und einen neuen Kolben mit Ringen verbauen lassen. Dazu besagte Großewächter Nocke Stufe 2 mit Hartblockkipphebeln. Mit diesem Setup habe ich bis heute weitere problemlose 30.000km draufgefahren. Der Motor ist klapperfrei und läuft sehr schön.

Der Grund warum ich mich hier eingeklinkt habe ist ja gerade eure Aussagen bezüglich Kompression. Wieso hat die Messuhr bei Einzylindern keine Aussagekraft gegenüber Mehrzylindern? Weil die Ventile länger offen sind auf eine Kurbelwellenumdrehung gesehen als ein einzelner Zylinder eines Mehrzylinders? Hat meine 79er keinen Kickerwiederstand wegen scharfer Nocke bzw. längeren Ventilöffnungszeiten? Oder ist der Motor seit 30.000km kaputt? :eek:
herzlichst

XTdirk

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Re: Wie misst man die Kompression richtig?

Beitragvon rei97 » Mi Jul 17, 2019 15:51

Also:
Kompressionsmessungen mache Sinn, wenn es sich um 2/4/6/8/12/ 16/Zylinder handelt.
Da ist dann aussagekräftig wenn einer der vielen Zylinder aus der Reihe tanzt.
Beim Einzylinder, wie Du das bei Deinem Motor beschreibst, ist irgend was oberfaul.
Der Ölverbrauch hängt stark vom Betrieb ab. Wenn ein 0,3ltr/1kkm Motor mal richtig hergenommen wird, trielt dem wg. Blowby das Öl aus dem Überlauf in den Lufi und Verbrennung aus Lufi und Auspuff . Der Kolben hat dann Laufspiel 0,2mm und die Ventile sind rundrum verkokt. Ventilspiel einstellen ist sinnlos, weil Ventile und Sitze neu gehören. Derzeit pustet die Kompression am Sitz vorbei. Klar, solche Karren springen auch mit 100kkm noch gut an, bei einer Parforcefahrt mag aber niemand hinterher fahren.(s.o.).
Fazit : Weiterfahren, bis ein Ventil abreißt und dann den Motor in die Tonne, oder die Reißleine ziehen und eine Renovierung angehen.
my two cents
Regards
Rei97

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Re: Wie misst man die Kompression richtig?

Beitragvon XTdirk » Mi Jul 17, 2019 18:05

Ich war gerade in der Garage. Ok, die 79er hat eigentlich schon Kickerwiderstand. Das man den OT kaum spürt war auch übertrieben. Die 81er hat im direkten Vergleich deutlich mehr Widerstand, aber auch hier kann ich den Kicker ohne Probleme über den OT bringen, ohne den Dekohebel zu ziehen. Ich hatte Turnschuhe an. Mit fetten Motorradstiefel hat man weniger Gefühl....und meine Beine sind wohl auch gut im Training derzeit (Mountainbike...).

Habe auch noch mal Kompression gemessen: Über 9 bar, bei Vollgas allerdings in kaltem Zustand, ich weiß, ist falsch, mache ich bei Gelegenheit nochmal mit heißem Motor. Kerze war trocken, der K&N Luftfilter auch, kein Ölgesabber wegen Blowby.

Die Erklärung, warum bei Enzylindern der Kompressionstest Unsinn ist, steht noch aus. Bisherige Statements finde ich unbefriedigend. Mir ist schon klar, das der Test bei Mehrzylindern eine Vergleichsmessung ist.
Dateianhänge
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herzlichst

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Re: Wie misst man die Kompression richtig?

Beitragvon derheitzer » Mi Jul 17, 2019 18:44

na wenn meine kleine nichte kickt sinds 5 bar, wenn ich kick 8 bar, wenn bud spencer kickt 11, und wenn du kickst, irgend was anderes......

ergo, sinnlos, weil wie du selbst schriebst keine vergleichsmessung....

denn, z. bsp. beim 4 zylinder, der wert selbst ist relativ nichtssagend, es interesssiert nur ob z. bsp. 3 zylinder etwa den gleichen wert x haben und der vierte hat x-2.....
immer kurzz vorm schturzz unn dass mit schbass

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Re: Wie misst man die Kompression richtig?

Beitragvon rei97 » Mi Jul 17, 2019 18:47

Also :
Wer viel misst misst Mist-
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Re: Wie misst man die Kompression richtig?

Beitragvon Hiha » Do Jul 18, 2019 6:19

Die Erklärung, warum bei Enzylindern der Kompressionstest Unsinn ist, steht noch aus. Bisherige Statements finde ich unbefriedigend.
Wenn Deine Kompression bei wenig "Schwung" kleiner ist wie bei Nachdruck, würde meine vorsichtige Diagnose von einem verbogenen Ventil, oder einem zur Ventilführung exzentrischen Ventilsitz ausgehen. Ansonsten sollte sie nämlich statisch wie dynamisch vorhanden sein, was bei Deinem Zweitmoped ja der Fall ist.
Mich würde interessieren, was Du mit einem Kompressionstest für Informationen erlangen willst, denn primär ist das Ergebnis nur eine Zahl, sie spiegelt indirekt zwei Parameter wider: 1.)Das Verdichtungsverhältnis, und 2.) die Länge der Einlasssteuerzeit. Indirekt, wohlgemerkt, denn das eingestellte Ventilspiel spielt durch die Anlauframpen in den Ventilerhebungskurven sehr stark in die Steuerzeit mit rein.
Die wirklich sinnvolle Information wäre durch eine sog. Druckverlustprüfung zu erlangen. Man hört dabei, wo der Druck entweicht. Ein-, Auslass oder Kolbenringe.
Hans


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